Ruderverein Dorsten e.V.


Richtungsweisendes Wochenende für RVD-Ruderer - Generalprobe in Hamburg - 10.06.2015

Am vergangenen Wochenende stand für die Dorstener Ruderer ein mit Hinblick auf die Deutschen Juniorenmeisterschaften richtungsweisendes Wochenende an. Während die U23 Ruderer bei der internationalen Regatta in Ratzeburg um die Nominierungen für die U23 Weltmeisterschaften in Plovdiv kämpften, waren die U17 und U19 Athleten bei der internationalen Juniorenregatta in Hamburg am Start.

Dorthin kam erstmals in dieser Saison die gesamte nationale Konkurrenz, um sich auf die in gut drei Wochen stattfindenden Jugendmeisterschaften vorzubereiten. Darauf gut vorbereitet sind die B-Junioren Hendrik Winkel und Aaron Kiersch. Aaron überzeugte mit seinen Teamkollegen aus Herdecke und Waltrop im Vierer mit Steuermann. Fehlten am Samstag noch gut fünf Sekunden auf das führende Boot der Renngemeinschaft Krefeld/Düsseldorf, halbierten die Jungs den Rückstand am Sonntag auf gut zwei Sekunden. Auch im B-Junioren Einer überzeugte Kiersch. Platz zwei, vor seinem Herdecker Teamkollegen, war nach einen ansprechendem Rennen in der ungewohnten Bootsklasse das Ergebnis. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften, die Ende Juni in Köln stattfinden, könnte der Vierer zu den positiven Überraschungen gehören.


Hendrik Winkel (Schlagmann) und Julian Risse (RV Marl)

Bisher positiv überrascht hat auch Hendrik Winkel. Der Altendorfer rudert bei den Leichtgewichten, darf also maximal 65 Kilo auf die Waage bringen. Im B-Junioren Doppelzweier blieb er mit seinem Marler Trainingspartner chancenlos, im B-Junioren Doppelvierer mit Steuerfrau reichte es dann nur ganz knapp nicht zum Sieg. Andersherum lief es dann am Sonntag. Zusammen mit Julian Risse aus Marl gewann Hendrik den Doppelzweier souverän. Der Doppelvierer musste sich erstmals mit der gesamten deutschen Spitze in der B-Junioren Altersklasse messen. Zwar reichte es "nur" zu Platz sechs, der geringe Abstand auf die vorderen Ränge lässt für die Deutschen Jugendmeisterschaften allerdings hoffen.

Im U19 Bereich ging es in Hamburg um die Vergabe der ersten Nominierungen für die Junioren-Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro. Bereits am Freitag wurden unter den Augen der Bundestrainerin Vorläufe für die Ranglistenrennen ausgefahren. Für einen Platz in der Junioren-Nationalmannschaft bewerben sich auch Christopher Reinhardt und Carolin Doerfler.


Ruhrpottvierer mit Bugmann Christopher Reinhardt

Christopher Reinhardt (links) und Zweierpartner Lukas Geller (Krefelder Ruderclub)

Christopher Reinhardt ließ dabei nichts anbrennen. Souverän siegte der 17-jährige Abiturient im Vorlauf. Leider wechselten für die Zwischenläufe am Samstag die Windbedingungen. Bei Schiebewind konnten Christopher und sein Krefelder Trainingspartner ihre enorme Physis nicht abrufen und die ersten beiden Plätze in ihrem Lauf nicht erreichen. Im B-Finale um die Plätze 6-12 reichte es dann allerdings zu einem zweiten Platz, der die WM-Hoffnungen für Reinhardt am Leben hält. Ohnehin plant Reinhardt in Richtung Meisterschaft einen Start im Vierer ohne Steuermann. Diesen gewann er am Sonntag souverän. Zudem ist er im NRW-Achter unterwegs. Dieser erreichte knapp den zweiten Platz.

Carolin Doerfler hat die Nominierung für die Junioren-Weltmeisterschaften ebenfalls noch in der Hand. Hierzu musste im Zweier mindestens das B-Finale erreicht werden. Die 18-jährige frisch gebackene Abiturientin platzierte sich als Zehnte der Rangliste. Positiv, denn dieser Platz spielt im Hinblick auf eine mögliche Nominierung eine große Rolle. Besonders ihre physische Stärke kommt der Schülerin zugute. Auch der Start im Vierer lief gut. Der Abstand zum führenden Boot aus dem Nordosten wurde minimiert und auch im NRW-Achter scheinen die Verhältnisse klar. Beide sind Boote, die Medaillen gewinnen können und Carolin das Ticket zur Weltmeisterschaft absichern können.

Malte Tewes hatte im jüngeren A-Junioren Jahrgang andere Ziele. Er kämpfte mit Tim Bauerle (Dortmund) um die Qualifikation für den NRW-Nachwuchsachter. Trotz guter Rennen und teilweise besseren Zeiten fehlte nachher der direkte Vergleich gegen die verbandsinterne Konkurrenz. Die anvisierten Boote aus Hameln und Waltrop platzieren sich im Gesamtranking besser, so dass trotz des Sieges im F-Finale nur die Zuschauerrolle im Großboot bleibt. Eventuell bildet sich auf regionaler Ebene aber noch ein Vierer, mit dem Tewes bei den Jugendmeisterschaften an den Start gehen soll.



Cedric Kulbach, links

Die U23 Ruderer mussten in Ratzeburg an den Start. Dort hatten die Bundestrainer im Rahmen der internationalen Regatta zum Nominierungswettkampf um die Teilnahme an den Mitte Juli in Bulgarien stattfindenden U23 Weltmeisterschaften geladen. Mit Cedric Kulbach und Lukas Müller hatten gleich zwei Dorstener die große Chance sich für die Weltmeisterschaften zu qualifizieren.

Bei Cedric Kulbach, der im gesetzten Leichtgewichts Doppelvierer des Deutschen Ruderverbands startete, klappte alles nach Plan. Er überzeugte mit seiner Mannschaft, gewann das Qualifikationsrennen am Sonntag und darf sich nun erstmals über das Trikot mit dem Adler im roten Brustring freuen.

Knapp an der WM vorbeigeschrammt ist Lukas Müller. Der Juniorenweltmeister von 2011 startete im Vierer ohne Steuermann mit seinen Trainingspartnern aus Münster und Siegburg. Nach guten Eindrücken im Training war dieses Boot gegen einen Vereinsvierer aus Frankfurt gesetzt worden, der allerdings seit der Hügelregatta in Essen als Favorit auf den Sieg galt. Dennoch lieferte Müller mit der Crew aus dem Bundestützpunkt Dortmund eine starke Regatta. Mehrmals rückte man dem Favoriten auf die Pelle, war in Schlagdistanz. Am Ende fehlten im Finale 0,8 Sekunden zur WM. Dennoch durfte sich Lukas Müller über die Einladung zur Royal Henley Regatta freuen, die Anfang Juli auf der Themse ausgetragen wird. Zudem ist ein Start bei der Deutschen Jahrgangsmeisterschaft in Köln vorgesehen. Hier geht es neben dem Titel des Deutschen Meisters noch um eine eventuelle Chance, als Ersatzmann für die Weltmeisterschaften nominiert zu werden.

Mit nach Henley reisen darf auch Benedikt Müller. Er hatte zwar keine Chance auf eine WM-Nominierung, machte aber mit seinen Starts im Vierer mit Steuermann einen erneut starken Eindruck. Auch dieses Boot gilt bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften, die parallel zu den Jugendmeisterschaften Ende Juni in Köln ausgetragen werden, als Medaillenkandidat. Zudem startet Benedikt im Achter.

Auch Timo Piontek war in Ratzeburg am Start. Er startete mit dem Leipziger Tim Grohmann und verfehlte am Samstag gegen den gesetzten U23 Doppelzweier nur knapp den Sieg. Am Sonntag belegte die Mannschaft den vierten Platz.

Bereits in gut drei Wochen finden die Deutschen Jugend- und Jahrgangsmeisterschaften in Köln statt. Auch hier wird eine starke Dorstener Mannschaft in den Kampf um Edelmetall eingreifen.